Emilie Tolnay
geb. Müller

Friseurin. Widerstandskämpferin. Hingerichtet.

* 1901    † 1944

 

Herkunft, Beruf

Emilie Tolnay, geb. Müller, wurde am 6.10.1901 in Iglau (Jihlava, Mähren) geboren. Sie arbeitete als Friseurin in Wien. Sie war verheiratet.

Beteiligung an der Reorganisation des illegalen Widerstandskampfes 1941-42

Emiie Tolnay war eine kommunistische Widerstandskämpferin. Sie beteiligte sich an der Reorganisation des illegalen Widerstandskampfes 1941-42.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 14. 7. 1942 wurde Emilie Tolnay verhaftet und am 14. 4. 1944 gemeinsam mit Johann Graf, Rosalia Graf und Therese Dworak (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Ihre Hinrichtung erfolgte am 5.7.1944 im LG I in Wien.

Aus dem Urteil

„Die Angeklagte Dworak, die Eheleute Graf und die Eheleute Tolnay haben in den Jahren 1941/1942 dem steckbrieflich verfolgte kommunistischen Funktionär Neustadtl eine illegale Unterkunft mit Verpflegung gewährt oder ihm eine solche anderweitig verschafft und dem Genannten dadurch eine umfangreiche kommunistische Aufbautätigkeit ermöglicht. Dabei hat aber der Ehemann Tolnay offenbar stark unter dem bestimmenden Einfluss seiner geistig ihm weit überlegenen Frau gestanden. Die Ehefrau Tolnay hat ferner die Eheleute Graf für die KPÖ gewonnen und von ihnen mehrmals Beiträge eingezogen und weitergeleitet.“

Gedenktafel

Ihr Name steht auf einer 1946 enthüllten Gedenktafel in der Bezirksleitung der KPÖ-Penzing (Wien 14, Drechslergasse 42; jetzt Sitz der KPÖ).

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich ihr Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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